Für Wissbegierige
Erzielte 20 Punkte und griff neun Rebounds ab: Gabriel de Oliveira / Foto: Simon Engelbert
Erzielte 20 Punkte und griff neun Rebounds ab: Gabriel de Oliveira / Foto: Simon Engelbert

„Giganten“ verlieren zum neunten Mal in Serie

Der Negativlauf der BAYER GIANTS Leverkusen in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA hält weiter an. Die Mannschaft von Cheftrainer Hansi Gnad unterlag bei den RÖMERSTROM Gladiators Trier mit 82:102.


Ohne Kadre Gray, der an den Folgen einer Hüftprellung leidet, mussten die „Riesen vom Rhein“ am 16. Spieltag bei den Gladiators antreten. Es war ein weiterer personeller Rückschlag für die Mannen von Coach Hansi Gnad, schließlich gehörte Gray bei der 93:97-Niederlage gegen die JobStairs GIESSEN 46ers am vergangenen Mittwoch zu den besseren Akteuren des Teams. Neben dem Kanadier fehlten den GIANTS des Weiteren Xavier Bishop, Matthew Meredith und Dennis Heinzmann. Für den Trainer eine schwierige Situation: „Es klingt immer so, als würde ich nach Ausreden suchen wollen, aber es ist unheimlich schwer mit unserer angespannten Personalsituation Spiele zu gewinnen", erzählt Gnad. „Kadre hat gegen Gießen toll aufgespielt und fehlte uns dann gegen Trier, weil er große Probleme mit der Hüfte hat. Dazu kommt der Ausfall von Xavier, der uns langfristig fehlen wird. So waren wir gezwungen, die ganze Rotation über den Haufen zu werfen und mussten Spieler auf der Position des Point Guard auflaufen lassen, die dies überhaupt nicht gewohnt sind. So eine große Vielzahl an Verletzungen wie in dieser Saison habe ich in meiner langen Laufbahn noch nicht gesehen."

In den ersten Minuten der Partie erlebten die 3.078 Zuschauer in der Arena Trier zwei Mannschaften, die sich auf Augenhöhe begegneten. Doch umso länger das erste Viertel lief, umso größere Vorteile konnten sich die Gastgeber erspielen. Nach einem 10:2-„Run“, welchen Triers Guard Parker van Dyke mit einem Dreier krönte, lagen die Gastgeber mit 18:8 (5. Spielminute) in Front. Die Leverkusener fanden nicht ins Spiel und hatten große Probleme ihre Wurfchancen zu nutzen. Das lag aber auch an der gut arbeitenden Verteidigung der Gladiators, welche die GIANTS vor arge Probleme stellte. Alles in allem verlief der Abschnitt nicht gut für die Farbenstädter. Ganze 33 Zähler fing man sich nach zehn absolvierten Minuten in der Defensive ein. Mit 33:19 endete Viertel Nummer Eins aus Sicht der Trierer.

Doch im zweiten Durchgang lief es deutlich besser für die „BAYER-Boys“. Die Leverkusener verteidigten nun intensiver und zwangen die Trierer so zu einigen Fehlern im Spielaufbau. Nach einem sehenswerten Lay-Up durch den stark aufspielenden Gabriel de Oliveira betrug der Rückstand in der 16. Minute lediglich fünf Zähler (34:39). Die GIANTS kämpften und wollten unbedingt diese wichtige Paarung für sich entscheiden. Das war von der Einstellung her deutlich zu erkennen. So gelang es den Schützlingen von Coach Gnad den Rückstand bis zum Ende der ersten Halbzeit im einstelligen Bereich zu halten. Beim Spielstand von 47:38 ging es in die Pause.

Nach der fünfzehnminütigen Halbzeitpause konnte keine der beiden Mannschaften für Akzente sorgen. Trier verteidigte seinen Vorsprung im Bereich von neun bis 12 Punkten. Positiv aus Sicht der GIANTS war, dass sie weiterhin noch die Möglichkeit hatten, die Partie für sich zu entscheiden. Aber das Momentum war nicht auf der Seite des Auswärtsteams. Im Gegenteil, zum Ende der dritten Spielperiode nahmen die Gladiators mit einem 11:2-„Run“ Anlauf und sorgten so für eine Vorentscheidung (69:50 – 27. Spielminute). Für BAYER schien es ein weiterer Rückschlag in der ProA zu werden, denn die Hausherren führten nach drei absolvierten Vierteln mit 74:56.

Die Begegnung konnten die BAYER-Korbjäger, soviel sei bereits verraten, nicht mehr drehen. Trier nutzte seine Überlegenheit auf dem Feld clever aus und verteidigte den Vorsprung. Dennoch, man kann den Leverkusenern nicht abschlagen, dass sie nicht gekämpft hätten. Immer wieder konnten die GIANTS mit sehenswerten Aktionen unter Beweis stellen, dass sie zu mehr in der Lage sind als der aktuelle Tabellenstand aussagt. Doch an diesem Abend feierten die Fans der Gladiatoren eine große Party in eigener Halle. Richtig laut wurde es noch einmal, nach dem Dylan Painter einen krachenden "Alley-Oop" Dunk verwandelte und die „100“ auf der Anzeigetafel erschien. 102:82 siegten die Trierer schlussendlich gegen den Rekordmeister.

Bester Leverkusener, der zugleich auch Topscorer seiner Farben war, war Gabriel de Oliveira. Der Neuzugang markierte 20 Zähler und griff neun Rebounds ab. Damit blieb ihm sein erstes „Double-Double“ im BAYER-Dress nur knapp verwehrt. Dejan Kovacevic erzielte 18 Zähler (traf acht seiner insgesamt 12 Feldwürfe), Robert Drijencic und Nick Hornsby kamen auf je 13, Haris Hujic auf 12 Punkte.

Trainer Hansi Gnad gratulierte den Rheinland-Pfälzern zu einem verdienten Sieg: „Glückwunsch an Trier zu diesem Erfolg. Man hat gesehen, dass die Gladiators sich intensiv auf uns vorbereitet und die spielfreie Woche genutzt haben. Der Gegner hat schon sehr gut gespielt, aber auch wir haben phasenweise soliden Basketball gespielt. Fortschritte waren in gewissen Bereichen deutlich erkennbar. Doch einige unnötige Fehler kommen uns dann teuer zu stehen und schmerzen dann natürlich. Das haben die Trierer dann clever ausgenutzt und konnten so punkten. Die Guards Zeeb, Monteroso, Johnson und Van Dyke haben uns extrem wehgetan. Das zeigt aber auch, wie unterbesetzt wir auf der Eins waren." Auch wenn die GIANTS auf dem letzten Rang der Tabelle stehen, aufgeben will Gnad nicht: „Wir arbeiten hart im Training und versuchen wirklich alles, damit der Knoten endlich platzt. Das ist bei der Vielzahl an Verletzungen aber nicht einfach. Ich glaube fest daran, dass wir besser spielen können, als wir es bisher gezeigt haben. Die Siege werden kommen."

In sieben Tagen steht die nächste schwere Aufgabe für die BAYER GIANTS auf dem Programm. Der 14-malige deutsche Meister bekommt es am Samstag, 14.01.2023, um 19:30 Uhr mit den Artland Dragons Quakenbrück zutun.

Christopher Kwiotek

Scoring BAYER GIANTS vs. Trier: Gabriel de Oliveira (20 Punkte), Dejan Kovacevic (18), Robert Dirjencic (13), Nick Hornsby (13), Haris Hujic (12), Marius Stoll (2), Melvin Jostmann (2), Abdul Mohamed (1), Aimé Olma, Marc-André Fortin, Robert Merz und Calin Nita.



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